Montag, 16. November 2015

Haarlingsbefall

„So“, sage ich, als ich mit Max von der Tierärztin zurück bin, die Transportbox, in der er fiept, auf den Küchentisch stelle und öffne, „du darfst jetzt überall hin außer in den Käfig.“ Er verzieht sich hinter den Schrank und scheint nach den überstandenen Strapazen mit dieser Anweisung zufrieden zu sein. Leise höre ich ihn vor sich hin wispern: „Alles, nur nicht Arztwartezimmer zusammen mit zwei Hunden und einer Katze!“ Auch die anderen beiden müssen aus dem Käfig und ich mache mich an die Arbeit. Als gefühlte Ewigkeiten später die ärztlich verordnete gründliche Käfigreinigung abgeschlossen, Stronghold in Rattenfell getropft und einmassiert sowie nun auch meinerseits Erschöpfung eingetreten ist, erkundige ich mich: „Und, Max, alles wieder gut?“ Einschränkend antwortet er: „Wenn ich mit Moritz kuscheln darf, obwohl ich Haarlinge habe…“ Moritz kommt augenblicklich herbei, legt sich neben ihn ins UFO und alles scheint gut.

Max und Moritz - beide kränklich im letzten Lebensabschnitt

Sonntag, 15. November 2015

Blutige Klobürste

„Na, du Klobürste“, necke ich Max, der struppig, wie er neuerdings aussieht, in meine Nähe schlurft, „bist du schon wieder neugierig?“ „Nein, wissbegierig“, antwortet er mir leicht gereizt. „Na, das ist ja so ähnlich“, sage ich und erkundige mich sogleich: „Was willst du denn wissen?“ „Was liest du?“, grummelt er. „Rattenblogs“, flüstere ich ihm ins Ohr, nachdem ich ihn zärtlich auf den Tisch gehoben und vor den Bildschirm gesetzt habe. „Rattenblogs“, äfft er mich nach und setzt nörgelnd zur Belehrung an: „Du teilst dein Zimmer mit drei Ratten. Du musst nicht über abwesende Ratten lesen. Frag uns, wenn du etwas nicht weißt.“ „Okay“, erwidere ich, „also frage ich dich: Was ist mit deinem Fell los?“ „Es juckt“, jammert er und kratzt sich dabei zur Bestätigung seiner Worte bereits blutende Stellen noch blutiger. „Und was tut man dagegen?“, bohre ich weiter? „Keine Ahnung“, jault er. „Und davon recht viel“, provoziere ich und fahre zynisch fort: „Deine abwesende Ahnung plus meine lässt tatsächlich den Schluss zu, dass eine Rattenblog-Lektüre nicht nötig ist.“ „Menno“, stöhnt er und gibt sich geschlagen: „Du hast wohl Recht.“ Er wendet sich von mir ab, dem Internet zu und quietscht alsbald entsetzt auf: „Stronghold - Wirkstoff Selamectin - ins Fell! Das bedeutet Tierarzt!“ „Ja“, seufze ich, „das bedeutet es wohl.“ Die Blicke, die wir uns daraufhin zuwerfen, drücken als düstere Vorahnung aus: Max in Transportbox in novembrigem Nieselregen. „Aber die Tierärztin ist doch nett“, will ich ihn trösten. Er nickt. „Und hinterher gibt es Leckerli“, verspreche ich. Er versucht zu lächeln.


Samstag, 24. Oktober 2015

Rot, orange, gelb und grün...

O-Ton Miriam: "Regenbögen sind ja an sich wunderschön, aber diese Regenbogenbrücke... Und ich fürchte, über die geht schon bald wieder jemand."

https://www.youtube.com/watch?v=L99dE7lQcqo














https://www.youtube.com/watch?v=8oRigFtk0TA

O-Ton Moritz: "Wehe dem, der sich in den Sessel fallen lässt, auf dem ich mit letzter Kraft unter das Schaffell gekrochen bin!"

Freitag, 23. Oktober 2015

Samstag, 3. Oktober 2015

Moritz auf Max

Der gemütlichste Platz für ein entspanntes Betten des eigenen Kopfes ist der Kopf des Bruders.

Kuschelratten

Dienstag, 15. September 2015

Grönsaksbullar

„Na, Moritz“, frage ich, „willst du nicht ein wenig spazieren gehen?“ Da eine Antwort ausbleibt, weise ich ihn auf die offen stehende Käfigtür hin. Nichts. Keine erkennbare Reaktion. Um mich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist, stecke ich meinen Kopf zu ihm in den Käfig, so weit mir das irgend möglich ist, und augenblicklich wird klar: Es ist alles in Ordnung. Er war schon spazieren. Einmal in die Küche und zurück. Ein schwedisches Gemüsebällchen steckt nun fest zwischen seinen Vorderpfötchen und auf seinem rechten Raspelzähnchen ein Maiskorn.


„Nicht ärgern!“, ermahnen mich Dachs und Max, die die Szene beobachteten, wie aus einem Mäulchen bzw. Schnäuzchen, während nun sie auf dem Sprunge in Richtung Nahrungsquelle sind. „Und“, rufen sie mir – fast angekommen – dann noch zu, „schau mal, wie zufrieden er aussieht! Ist er nicht hübsch?“ Doch, das ist er.

Sonntag, 6. September 2015

Max und der Müll

„Na, ihr drei“, frage ich, als ich nach Hause komme und meinen Rucksack neben das Fahrrad stelle, „wollt ihr aus dem Käfig heraus- und in der Wohnung herumspazieren?“ Sie reagieren allesamt nonverbal, wenngleich mit unterschiedlichen Aussagen, Dachs und Moritz, indem sie sich noch dichter aneinander kuscheln, als sie dies ohnehin bereits taten, und alles andere als unternehmungslustig ausgestreckt liegen bleiben, Max indes, indem er energisch am Gitter zu rütteln beginnt. „Na los!“, unterstütze ich seinen Tatendrang und entriegele die Tür.















Es dauert nicht lange, da klappert und knistert es aus der Küche. „Was tust du?“, rufe ich. Keine Antwort. Also gehe ich hinüber und erwische ihn beim Durchwühlen und Ausräumen des Wertstoff-Eimers. „Ääh… Suchst du etwas Bestimmtes?“, erkundige ich mich. „Nö“, antwortet er, „ich lasse mich überraschen von dem, was ich spontan finde.“ Kurz darauf hält er mir triumphierend ein Stück Strunk vom Blumenkohl unserer letzten Mahlzeit entgegen und belehrt mich vorwurfsvoll: „Guck mal! Das gehört nicht zwischen die Plastik-Verpackungen.“ Sogleich frisst er es auf.