Samstag, 4. April 2015
World Rat Day
"Wusstet ihr eigentlich schon, dass heute weltweit der Ehrentag der Ratte begangen wird?", frage ich in den Raum, während ich die aktuellen Posts auf meiner Facebook-Seite lese. "Nö, sagt uns ja keiner", murrt Max. "Doch", widerspricht Dachs, "stand letzte Woche in der Futterhaus-Werbung. Gekoppelt an die Aufforderung, seinen Lieblingen etwas besonders Schönes zu kaufen." "Und hast du uns was Schönes gekauft?", erkundigt sich Max bei mir und schaut sich unzufrieden suchend im Käfig um. "Nö", antworte ich, "gab nichts Schönes. Nur furchtbaren Krempel." "Behauptest du", nörgelt er. "Wenn du uns in dieses Fachgeschäft für Heimtiere mitgenommen hättest, wir wären bestimmt zu einer anderen Bewertung des von dir als Krempel Bezeichneten gelangt." "Gewiss", sage ich spöttisch. "Man kann dort zum Beispiel Rattengeschirr kaufen. Damit sind nicht etwa Teller und Tassen für Ratten gemeint, sondern Leinen, um sie auszuführen." "Igitt! Wie schrecklich!", rufen Dachs, Max und Moritz entsetzt und wie aus einem Mäulchen bzw. Schnäuzchen. "Sage ich doch!", bestätige ich mich in der Richtigkeit meiner Einschätzung. Nach einer kurzen Gesprächspause seufzt Moritz kaum hörbar und wispert dann seine Gedanken vor sich hin: "So, einmal im Jahr ist also Welt-Rattentag? Und an den anderen 364 Tagen des Jahres denkt kein Mensch an uns." "Na ja, manche Menschen schon", erwidere ich. "Es gibt ja Rattenliebhaber." "Aber nur wenige", hält Dachs dagegen, "und irgendwie hat Moritz schon recht. Einmal im Jahr ist Frauentag, einmal Tag der Pressefreiheit, einmal Welternährungstag, einmal Tag der Menschenrechte ... An brisante Themen wagt ihr Menschen euch nicht täglich." Nachdenklichkeit breitet sich schweigend aus.
Freitag, 3. April 2015
Vom Fußboden essen
Seit geraumer Zeit liegen die drei Rattenbrüder - inzwischen zu jungen Männern herangewachsen - bewegungsarm im Käfig, gähnen ab und zu, stecken hin und wieder ihre Köpfe durch die weit geöffnete Türe nach draußen, schauen gelangweilt bis missmutig drein... Irgendwann vernehme ich: "Ich habe Hunger." Darauf Stimme 2: "Ich auch." Dann Nummer 3: "Und ich erst!" Wenngleich sie nicht direkt mit mir sprechen, sage ich ihnen daraufhin etwas zum Zustand unserer gemeinsamen Küche: "Ich habe vorhin beim Frühstücken ziemlich gekleckert und gekrümelt. Ihr könnt unterm Küchentisch vom Boden essen." Sogleich wagt Moritz beherzt einen Sprung aus dem Käfig und marschiert in Richtung Küche. Dachs räuspert sich und fragt mit kritischem Unterton: "Wir sollen die Küche putzen?" "Das lassen wir uns nicht gefallen", knurrt Max. Aus der Küche indes hört man Moritz schmatzen: "Würde ich mir an eurer Stelle gut überlegen."
Mittwoch, 1. April 2015
April, April
"Hallo, ihr drei", brüste ich mich, als ich am Abend nach Hause komme, meinen Rucksack neben das Fahrrad stelle und ihren Käfig öffne, "stellt euch vor, heute ist der 1. April und ich bin den ganzen Tag auf keinen einzigen Aprilscherz hereingefallen!" "Bist du doch", sagt Max frech. "Bin ich nicht", widerspreche ich. "Bist du doch", zitiert Dachs seinen Bruder. "Bin ich nicht", wiederhole ich trotzig. "Bist du doch", behauptet nun auch Moritz. "Bin ich nicht." "Bist du doch." "Nein." "Doch." "Nein." ... "April, April!", rufen sie irgendwann zu dritt wie aus einem Mäulchen bzw. Schnäuzchen und kichern wie die Weltmeister. Ich verdrehe die Augen und gaukle vor, verärgert zu sein, als Max plötzlich aufgeregt hinter mich auf meinen Rucksack zeigt und piepst: "Guck mal, die Nüsse rieseln da alle durch das Loch aus deinem Rucksack!" Fast drehe ich mich um, stoppe die bereits begonnene Bewegung jedoch noch rechtzeitig, als mir einfällt, dass ich keine Nüsse mitgebracht habe.
Samstag, 14. März 2015
Mittwoch, 11. März 2015
Liebe Pandi,
es ist etwas Trauriges passiert. Wir sind jetzt Vollwaisen. Papa Rabatz macht keinen Rabatz mehr. Vor drei Tagen turnte er noch munter am Käfiggitter auf und ab. (Nun ja, was man so Turnen nennt; rank und schlank war er ja schon seit einiger Zeit nicht mehr.) Vorgestern reagierte er zu unser aller Erstaunen nicht auf Frauchens Futter-Pfiff. Gestern bewegte er sich kaum, lehnte Essen und Trinken gänzlich ab. Heute ist er unserer Mama über die Regenbogenbrücke gefolgt. Sein Sterben ging schnell, er hat nicht lange gelitten. Mit diesem Gedanken trösten wir uns und hoffentlich auch Dich, Schwesterherz.
Viele liebe Grüße von Dachs, Max und Moritz
P.S.: Wir freuen uns schon auf Deinen Besuch im Sommer. Du kommst doch zusammen mit Deinen beiden Freundinnen? Frauchen richtet Euch dann den Gästekäfig hübsch ein.
Rabatz als Baby:
Viele liebe Grüße von Dachs, Max und Moritz
P.S.: Wir freuen uns schon auf Deinen Besuch im Sommer. Du kommst doch zusammen mit Deinen beiden Freundinnen? Frauchen richtet Euch dann den Gästekäfig hübsch ein.
| Ab-Schied von Rabatz - so ein Schiet |
Rabatz als Baby:
Dienstag, 10. März 2015
Futterverweigerung
"Na, Rabatz? Eine Nuss?" "Nö." "Ein Blättchen Grün vom Blumenkohl?" "Nö." "Milch?" "Nö." Erst ratloses Schweigen meinerseits, dann: "Du, ich mache mir Sorgen um dich." Meine Sorgen unterstreichendes, bedächtiges Nicken seinerseits.
Montag, 9. März 2015
Futter!
"Futter!", rufen Dachs und Max wie aus einem Mäulchen bzw. Schnäuzchen, während Dachs den Berg aus aufgeschichteten Futtertüten besteigt und Max seinen Umfang ermittelt, indem er ihn umkreist.
Moritz kommt neugierig schnuppernd herbei.
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